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„Mutig sein, an sich glauben, alles wollen!“

Dr. Karin Uphoff über ihre Aufgabe als EU-Unternehmensbotschafterin und weibliches Unternehmertum

„Frauen können alles haben – Karriere, Kinder, Privatleben.“ Sie muss es wissen: Dr. Karin Uphoff ist sechsfache Mutter, Unternehmerin, Sportlerin. Mit ihrer Marburger Agentur, der uphoff pr & marketing GmbH, unterstützt sie vor allem Verbände, Verbünde sowie klein- und mittelständische Betriebe dabei, sich professionell in der Öffentlichkeit darzustellen.

Die PR-Expertin ist Unternehmerin aus Leidenschaft und wurde 2009 von der EU-Kommission zur Unternehmensbotschafterin ernannt. "DIE UNTERNEHMERIN" (Magazin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen - VdU) sprach mit dem VdU-Mitglied und Regionalleiterin Hessen-Mitte über ihre Aufgabe, Frauen Mut zur beruflichen Selbstständigkeit zu machen.

 

U: Frau Dr. Uphoff, wie wird man eigentlich Unternehmensbotschafterin der EU?

Uphoff: Die „European commission enterprise and industry“ hat 2008 begonnen, ein internationales Netzwerk von Unternehmerinnen aufzubauen, die den Auftrag haben, in ihren jeweiligen Ländern Frauen zur Unternehmensgründung zu motivieren. Ich wurde damals vom EWMD, dem internationalen Managerinnen-Netzwerk, in dem ich Mitglied und Pressekoordinatorin Deutschland bin, für diese Aufgabe vorgeschlagen. Und kurze Zeit später von der Kommission ausgewählt. Von da an ging alles sehr schnell – als Botschafterin für Hessen reiste ich im Oktober 2009 zusammen mit 17 anderen Unternehmerinnen aus dem übrigen Bundesgebiet nach Stockholm, wo Kronprinzessin Victoria im Rahmen eines feierlichen Galaabends die Ernennungsurkunden zur EU-Unternehmensbotschafterin überreichte.

U: Warum richtet sich diese Initiative gerade an Frauen?

Uphoff: Noch immer werden zwei Drittel aller Unternehmen, die in Vollzeit gegründet werden, von Männern geführt. Frauen gründen vorsichtiger, oftmals in Teilzeit, oftmals als Nebeneinkommen. Bescheidenheit, Angst vor Risiko, Scheu vor der eigenen Kompetenz, Hemmnisse bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Die Gründe für die Zurückhaltung sind vielfältig. Dabei sind Frauen erfolgreich in ihrer Selbstständigkeit: Die Statistik zeigt, dass Unternehmen, die von Frauen gegründet werden, weniger häufig insolvent gehen als männergeführte Unternehmen. Ich möchte Frauen daher Mut machen, auf eigenen Beinen zu stehen und die Gründung und Führung eines Unternehmens als attraktive Option zu sehen.

U: Als EU-Unternehmensbotschafterin haben Sie von der EU-Kommission den Auftrag bekommen, Frauen durch Ihr positives Rollenvorbild für eine berufliche Selbstständigkeit zu motivieren. …

Uphoff: Im Laufe meines Arbeitslebens habe ich viele Erfahrungen gesammelt: wie bestimmte Mechanismen in der Wirtschaft funktionieren, wie man mit ihnen zurechtkommt und sich gleichzeitig dabei treu bleibt, wie man als Unternehmerin Fallstricke erkennt und meidet. Ich gebe mein Wissen gerne an andere weiter, gerade weil ich sechs Kinder habe und Unternehmerin bin. Denn immer noch haben viele Frauen das Gefühl, sich zwischen Karriere und Privatleben entscheiden zu müssen. Ich möchte Frauen bestärken: Es geht beides. Beruf und Privatleben sind miteinander zu vereinbaren! Wir können die verschiedenste Rollen im Leben – auch gleichzeitig – annehmen, das ist kein Teufelswerk und das ist auch kein unbotmäßiger Wunsch. Es ist in allererster Linie eine Frage der eigenen Entscheidung, des Wollens und letztendlich: des Machens. Mein ganz persönliches Motto lautet daher: „Mutig sein, an sich glauben, alles wollen!“ Und sich davon zu verabschieden, in allen Rollen perfekt sein zu müssen.

U: Wie sehen Ihre konkreten Aufgaben als EU-Unternehmensbotschafterin aus?

Uphoff: Ich werde zu Messen, Tagungen und Konferenzen eingeladen, wo ich in Impulsreferaten und Vorträgen auch davon erzähle, wie ich meine eigene Selbstständigkeit angegangen bin, wie ich den Alltag mit Unternehmensaufgaben, Familie, Hobbys bewältige. Oft berichten mir die Zuhörerinnen hinterher, dass gerade dieses Persönliche für sie besonders spannend ist, denn es gibt nur wenige weibliche Vorbilder, an denen sich junge Frauen orientieren können. Um das Thema immer wieder in die Öffentlichkeit zu bringen, verfasse ich außerdem regelmäßig Pressemeldungen und Kolumnen, die regional und überregional veröffentlicht werden. Nach der Ernennung haben sich zudem Vertreter aus Politik und Wirtschaft bei mir gemeldet, mit denen verschiedene Kooperationen entstanden sind – zusammen organisieren wir Info-Tage und Veranstaltungen für Unternehmerinnen – und für Frauen, die das noch werden wollen. Das Thema ist außerdem Teil des Portfolios meiner Agentur. So bieten wir Existenzgründerinnen und Jungunternehmerinnen spezielle Angebote und „Basis-Pakete“ aus dem Bereich PR und Marketing an, damit diese gut gerüstet ins Unternehmerinnenleben starten können.

U: Dem Botschafterinnen-Netzwerk gehören zahlreiche Unternehmerinnen aus allen Mitgliedsländern der Europäischen Union an. Regelmäßige Treffen sichern so den länderübergreifenden Austausch. Welche Erfahrungen nehmen Sie von diesen Treffen mit?

Uphoff: Durch die regelmäßigen Treffen entsteht der Blick über den Tellerrand von ganz allein. Wie gehen andere Länder mit dem Thema um? Gerade im Austausch mit meinen Botschafter-Kolleginnen aus Skandinavien erlebe ich immer wieder, dass Deutschland in Sachen Gleichberechtigung hinterherhinkt. Es ist unglaublich inspirierend zu sehen, wie es in anderen Ländern läuft – und gut läuft. Deutschland hat hier ganz klar Nachholbedarf. Frauenförderung ist heute allerdings nur noch am Rande eine Frage der Gleichberechtigung. Vielmehr geht es um Wirtschaftlichkeit. Und um Nutzung von Talenten, denn wir steuern bekanntlich auf einen Fach- und Führungskräftemangel zu. Jede Frau, die beruflich nicht in die Position kommt, für die sie ausgebildet wurde, kostet Deutschland Wachstum. Daher brauchen wir eine Änderung der Arbeitskultur, hin zu flexibleren Arbeitszeiten und einer bessern Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir brauchen gemischte Führungsteams, einen Ausbau der Kinderbetreuung sowie mehr weibliche Vorbilder. Und mutige Frauen! Wer beruflich durchstarten will, sollte ihren Weg aktiv gestalten und auf die eigenen Fähigkeiten vertrauen.

U: Frau Dr. Uphoff, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

 

Hintergrund: Dr. Karin Uphoff

Seit mehr als 20 Jahren ist Dr. Karin Uphoff PR- und Marketing-Expertin aus Leidenschaft. Mit ihrer 2003 gegründeten Agentur uphoff pr & marketing GmbH erhielt die Erfolgsunternehmerin und sechsfache Mutter bereits etliche Nominierungen und Auszeichnungen. 2011 gründete sie außerdem das Institut für angewandte PR.Außerdem arbeitet sie als Dozentin für die Steinbeis-Akademie und hat einen Lehrauftrag an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Wegen ihres unternehmerischen Engagements ernannte die „European commission enterprise and industry“ Dr. Karin Uphoff 2009 zur EU-Unternehmens-Botschafterin. In dieser Rolle möchte die in Marburger ansässige Unternehmerin Frauen in Deutschland zur Selbstständigkeit anregen und Unternehmerinnen motivieren, ihre Interessen stärker öffentlich zu machen und vehementer durchzusetzen. Dies tut sie im Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) als Leiterin der Region Hessen-Mitte und Mitglied des Landesvorstandes Hessen. Dr. Karin Uphoff ist außerdem Pressekoordinatorin Deutschland im Management-Netzwerk EWMD (European Women's Management Development International Network).

 

Curriculum Vitae Dr. Karin Uphoff