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Ein Kommunikationskünstler mit besonderem Format

Wolf Hoppe, Vorstand der HOPPE AG, lebt und lehrt Wertedenken im Unternehmen

 

Bei einer Veranstaltung über Werte in Unternehmen und wert(e)volles Handeln lerne ich ihn kennen. Er – das ist Wolf Hoppe, Präsident des Verwaltungsrats der international agierenden HOPPE-Gruppe. Er führt das Unternehmen, das Europamarktführer für Beschlagsysteme für Türen und Fenster ist, in zweiter Generation, gemeinsam mit seinem Bruder Christoph Hoppe.

Zufällig kommen wir ins Gespräch. Könnten nun vortrefflich seicht Floskeln austauschen. Doch uns beiden ist das Thema dafür wohl zu wichtig. Werte! Es entwickelt sich ein intensiver Austausch, der auch nach der Veranstaltung noch in mir nachhallt. Also will ich mehr wissen. Was treibt einen international erfolgreichen Unternehmer an, sich so intensiv mit dem Thema ‚Werte‘ auseinanderzusetzen? Gedacht, getan und nachgefragt: Ob er bereit wäre, ein Interview zu geben? Ja, meldet uns seine sehr freundliche persönliche Assistentin umgehend zurück. Wir seien herzlich eingeladen, zu einem Gespräch ins Unternehmen zu kommen. Freude!

Und so fahren meine Redakteurin Samya Bascha-Döringer und ich eines schönen Tages zum verabredeten Interview nach Stadtallendorf. Wir sind gespannt.

Was wir dann erleben, übertrifft jede Erwartung: Herr Hoppe hat sich, gemeinsam mit seinem Sohn Christian und seiner persönlichen Assistentin Dr. Ute Müller-Ludolph,  den gesamten Nachmittag freigenommen. Sie stünden uns gerne ausgiebig zur Verfügung. Wow! Fünf (!) Stunden später und um viele Eindrücke reicher fahren wir wieder zurück nach Marburg. Und beschließen: Dies wird kein „normales“ Interview. Sondern ein Bericht über einen außergewöhnlichen Mann. In einem außergewöhnlichen Unternehmen.

Das "etwas andere Porträt"

So angenehm kann Selbstverständliches seinDr. Karin Uphoff zu Gast bei der HOPPE AG

Das Erste, was wir beim Betreten des Verwaltungsgebäudes der HOPPE AG in Stadtallendorf sehen, ist eine Schrifttafel. „Als Gäste begrüßen wir heute Dr. Karin Uphoff und Samya Bascha-Döringer.“ Es folgen Firmenname und -sitz. Während wir noch überrascht und erfreut über diesen Willkommensgruß sinnieren und gleich mal ein Foto machen, spricht uns eine freundliche Mitarbeiterin an (natürlich mit Namen) und führt uns in den Empfangsbereich. Nur kurz bleiben wir dort. Lang genug jedoch, um festzustellen: Egal ob Mitarbeiter aus  Produktion, Verwaltung, Sekretariat oder die          Dr. Karin Uphoff zu Gast bei der HOPPE AG
Reinigungskräfte – wer auch immer vorbeikommt,
grüßt uns mit einem freundlichen Lächeln. Wir sind beeindruckt.

„Unser Ziel ist es, so nah wie möglich an die 100 Prozent zu kommen“, reagiert Wolf Hoppe auf unsere bewundernden Worte, als wir uns begrüßen. Das gelinge nur, wenn man bis ins kleinste Detail alles gebe. „Niveau ist, was man duldet.“ Im Kleinen wie im Großen. Im Benehmen jedes einzelnen Mitarbeiters ebenso wie in der Qualität der Produkte und der steten Weiterentwicklung.

 

Wurzeln und Flügel

Wir schauen uns im Zimmer um. Und unser Blick fällt auf ein Foto. „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ Dieses Goethe-Zitat spiegelt sich sinnbildlich in dem Schwarz-Weiß-Foto aus den 50er Jahren wider. Der kleine Wolf Hoppe steht zwischen seiner Mutter und seinem Vater. Sie halten ihn an den Händen und neigen sich leicht zu ihm. Seine Arme sind wie Flügel zur Seite gespreizt. Zuneigung, Liebe, Vertrauen sprechen aus dieser Fotografie. Die Eltern geben ihrem Sohn Halt. Und zeigen gleichzeitig die Bereitschaft, ihn ziehen zu lassen, wenn der Wunsch, eigene Wege zu gehen, es verlangt. „Meinen Eltern waren traditionelle Werte sehr wichtig“, sagt Wolf Hoppe, der unserem Blick gefolgt ist.

Viel Zeit ist vergangen seit der Aufnahme. In diesem Februar wurde Wolf Hoppe 60 Jahre alt. In all den Jahren hat er  die Werte, die er von zu Hause gelernt hat, hochgehalten und zur wichtigen Basis seines Unternehmenserfolgs gemacht. Er vermittelt sie an seine Mitarbeiter, gibt sie an seine Kinder weiter. Und freut sich, dass das Unternehmen und damit die Werte in Familienhand bleiben: Sohn Christian ist nach einem BWL-Studium in der Schweiz in dritter Generation in das Unternehmen eingestiegen.

 

Werte leben, Werte vermitteln

Welche Werte und Tugenden sind es, die die HOPPE-Gruppe so hoch hält? Die in Unternehmens-Leitsätzen niedergeschrieben und immer wieder kommuniziert werden? Das möchten wir dann noch ausführlicher wissen. Und erfahren – nein: spüren! – in den Ausführungen von Wolf Hoppe: Es sind traditionelle Werte wie Glaubwürdigkeit, Verantwortung, Pflichtbewusstsein, Verlässlichkeit und Leistungswille. Es sind menschliche Werte wie Ehrlichkeit, Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Freiheit. Es sind moderne Werte wie Kreativität und Innovationskraft. Und es sind Werte, die im Umgang mit Menschen selbstverständlich sein sollten, es aber längst nicht sind: Höflichkeit und Freundlichkeit.

 

Qualität setzt sich durch

Schon in frühester Kindheit sind das Qualitätsdenken von Wolf Hoppe und sein Wertesystem von den Eltern geprägt worden. „Mach’s gleich richtig!“ Dieser einfache Satz seiner Mutter hat Spuren hinterlassen. Auch heute lässt Wolf Hoppe bei Qualität keine Kompromisse zu. Er unterstützt und fordert seine Mitarbeiter mit dem Ziel, dass alle immer besser werden. „Kreativität ist sinnvolles Denken gegen die Regel“, betont er. Beim Ausprobieren  gehöre es auch dazu, Fehler machen zu dürfen, ohne dafür bestraft zu werden. Das wissen seine Mitarbeiter zu schätzen. „Fehler sind erlaubt, wenn man aus ihnen lernt“, so Wolf Hoppe.

Innovationen und neue Entwicklungen sind ein Merkmal der HOPPE-Gruppe. Sich nie mit den Gegebenheiten abzufinden, immer auf der Suche nach Verbesserung zu sein, ist Maxime. Damit sei es seinem Unternehmen gelungen, Marktführer in Europa zu werden. Ganz nach dem Motto: „Anders und besser andere“. Und dabei  mehr Nutzen zu bieten als die Konkurrenz. Denn Kundenzufriedenheit sichert laut Wolf Hoppe das eigene Überleben.

 

Wolf Hoppe und Dr. Karin Uphoff

Wolf Hoppe zusammen mit Dr. Karin Uphoff

 

Mitarbeiter als Erfolgsfaktor

Einen großen Anteil am HOPPE-Erfolg tragen laut Wolf Hoppe die Mitarbeiter. Sie dürfen nicht nur, sie sollen mitdenken, mitreden und mitgestalten. Eigenständig zu handeln und Verantwortung zu übernehmen, das wird ausdrücklich gewünscht. Voraussetzung für maximale Freiheit sei es, erläutert uns Wolf Hoppe, sich im vorgegebenen HOPPE-Rahmen zu bewegen. Wer sich mit Hirn, Herz und Hand einbringt, kann von dem so genannten „Gesamt-Nutzen-Vorteil“ (GNV) profitieren und gesteigerte Lebensqualität am Arbeitsplatz erfahren. Dazu zählen etwa besondere Arbeitszeitmodelle, Gewinnbeteiligungen und vor allem ein Arbeitsklima, das Wohlbefinden und Kreativität fördert. Wolf Hoppe ist sich seiner Verantwortung als Arbeitgeber bewusst: „Wer Leistung fordert, muss Sinn bieten.“ Nur dann wächst der Wunsch, sein Wissen, Wollen und Können einzubringen.

 

Werte dürfen etwas kosten

Wie schon sein Vater vor ihm, hat Wolf Hoppe das „Denken in Generationen“ verinnerlicht. Nicht kurzfristige Erfolge sind erstrebenswert, sondern langfristiges Denken und Handeln. „Wenn Werte etwas wert sind, dürfen sie auch etwas kosten“, ist Hoppe überzeugt. Die Wirtschaftskrise ist an HOPPE nicht spurlos vorüber gegangen. Dennoch wurden in der HOPPE AG, Stadtallendorf, in den Jahren 2008 und 2009 wegen der Krise keine Mitarbeiter entlassen. Sondern lieber auf einen Teil der Gewinne verzichtet, um Arbeitsplätze zu sichern. Die Mitarbeiter belohnen diese Bemühungen mit Engagement und Treue. Manche Mitarbeiter sind bereits seit mehr als 40 Jahren bei HOPPE beschäftigt. Die Fluktuation ist gering.

 

Unternehmens-Leitsätze als Rahmen und Orientierung

Wolf Hoppe ist überzeugt, dass dies auch darauf zurückgeht, dass sich viele Mitarbeiter mit HOPPE identifizieren. Sie haben nicht das Gefühl, „für“, sondern „an“ HOPPE zu arbeiten. Für welche Werte HOPPE steht und was die Unternehmensziele sind, wird von Anfang an deutlich kommuniziert. Nur wer sich mit Unternehmens-Leitbild und -Zielen identifizieren kann, passt zu HOPPE. Regelmäßige Mitarbeitergespräche, interne Fortbildungen, eine Unternehmenszeitschrift und „Manöverkritik“ nach wichtigen Veranstaltungen sind weitere Methoden, um Mitarbeiter zu informieren, zu beteiligen und gemeinsam besser zu werden. Dabei ist auch Chef Wolf Hoppe nicht von der Kritik ausgeschlossen und fordert sie aktiv ein.

 

Kommunikation als wichtigstes Führungsinstrument

Unternehmenskultur und Kommunikation werden bei HOPPE groß geschrieben. Es  gibt ein Glossar mit eigenen Wortschöpfungen. Vom Endgebraucher ist dort die Rede, vom Zulieferpartner anstelle vom Lieferanten oder vom Außendienstmitarbeiter statt des Vertreters. Denn Wertschätzung beginnt für Wolf Hoppe mit Worten. Überhaupt: Wolf Hoppe liebt Worte und Sprache. Wir sind begeistert, erfreuen uns an der Ausdrucksstärke und an den geschliffenen Sätzen.

Wer Wolf Hoppe zuhört, gerät schnell in den Bann seiner Erzählkunst. Klar, verständlich und gradlinig ist seine Sprache. Sie spiegelt damit auch seine Persönlichkeit wider. Hoppe bezeichnet Kommunikation als sein wichtigstes Führungsinstrument und den Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis. Gleich, ob im Umgang mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern oder Kunden: Aktiv zuzuhören, intelligent Fragen zu stellen und dann präzise zu formulieren, sind Prinzipien des Kommunikationskünstlers.

 

Schule, Bundeswehr und Vater prägen Wolf Hoppe

Seine Sensibilität für Sprache, sein Gespür für das Gegenüber und seine Fähigkeit, wertschätzend zu führen: Dies alles ist nicht von allein gekommen. Sondern gewachsen mit den Jahren und Ergebnis einer langen und zum Teil harten Schule.

Gerechtigkeit, Wertschätzung – darüber hat schon der junge Wolf Hoppe nachgedacht. In der Schule fühlt er sich von einzelnen Lehrern, die ihre Überlegenheit ausspielen, ungerecht behandelt. Danach folgen zwei Jahre Bundeswehr, die ihn stark prägen. Negative Erfahrungen in den ersten Monaten mit „Führungspersonen“, die ihre Macht missbrauchten, lassen in ihm den Entschluss reifen. „Wenn ich mal die Führung übernehme, werde ich Menschen anders behandeln“. Wie, das erfährt er in den letzten Monaten bei der Bundeswehr: Im Alter von 20 Jahren übernimmt er hier erstmals offiziell Verantwortung für ihm unterstellte Menschen. Und lernt dabei, wie wichtig es ist, den Sinn seiner Aufgabe zu sehen.

Erste Einblicke bei HOPPE gewinnt er bereits während seiner Zeit bei der Bundeswehr. In Uniform reist er Freitagnachmittags an und verbringt Freitag und Samstag bei seinem Vater im Büro. Er beobachtet, lernt und übernimmt immer mehr Aufgaben.

Das familiäre Wertedenken will der Sohn gerne übernehmen. Doch ihm selbst schwebt ein anderer Führungsstil vor. Über die 12 Jahre, die er seinen Vater  an der Spitze des Unternehmens begleitete, sagt Wolf Hoppe heute: „Die Zusammenarbeit mit meinem Vater war nicht leicht, aber sehr ergiebig“. Er weiß, dass sein Vater aus seiner Zeit heraus als typischer Pionier-Unternehmer  so handeln und führen musste, wie er es getan hat. Eher autoritär, sehr bestimmend, überwiegend patriarchalisch. Die 2. Generation muss das gewachsene Unternehmen anders führen.

 

Sein Führungsstil heute: „situativ“

Selbstreflexion ist für Wolf Hoppe stets wichtig. Schon in den 70er Jahren nimmt er an Seminaren und Kursen teil, in denen er seine kommunikativen Fähigkeiten schult. Und immer klarer erkennt, wohin ihn sein Weg führen soll.

Davon profitieren heute seine Mitarbeiter. Seine Aufgabe als Führungspersönlichkeit sieht Wolf Hoppe darin, seine Mitarbeiter im positiven Sinne „ zu erziehen“. Seinen Führungsstil bezeichnet er als „situativ“. Je nachdem, wen er in welcher Situation vor sich hat, ist er eher autoritär oder kooperativ. Immer hat er dabei den Menschen im Blick, begegnet seinen Mitarbeitern mit Wertschätzung und Respekt. Lässt sie spüren, dass sie ihm, dass sie für das Unternehmen von großer Bedeutung sind.  „Miteinander geht fast alles, gegeneinander fast nichts“, ist sein Credo. Und wenn man ihn so erlebt, weiß man: HOPPE wird noch lange erfolgreich sein.

 

Vorstand der HOPPE AG, Stadtallendorf, Wolf Hoppe, Dr. Karin Uphoff,
Leiterin des Instituts für angewandte PR und Chefin der PR-Agentur
uphoff pr & marketing GmbH, Christian Hoppe, der in dritter Generation
in das Unternehmen hereinwächst.

 

Am Ende des Gesprächs sind wir erfüllt – und erschöpft. Eine Zeit- und Wertereise haben wir mit Wolf Hoppe unternommen, viel über sein Werden, seine Eltern, sein Denken erfahren. Und verstehen nun, woher seine Ausstrahlung, seine Wirkung kommt: Er hat sich selbst zur Marke gemacht. Zum Gesicht, das HOPPE und die Werte des Unternehmens verkörpert. Er IST das Unternehmen. Er ist HOPPE.

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Zitate

Wolf Hoppe:

"Es geht nicht darum, Konflikten aus dem Weg zu gehen, sondern um das WIE, mit ihnen umzugehen."

"Inhabergeführt bedeutet mit Leib, Seele und eigenem Geld dabei zu sein."

"Kreativität ist sinnvolles Denken gegen die Regel."

"Unser Ziel ist es, etwas mehr nützliche Leistungen zu bringen als die Konkurrenz."

"Wenn Werte etwas wert sind, dürfen sie auch etwas kosten."

"Nur wer viel weiß, kann auch mitdenken und mithandeln."

Die HOPPE-Gruppe

1952 von Friedrich Hoppe gegründet, ist die HOPPE-Gruppe heute Europamarktführer für Beschlagsysteme und international tätig. Das  Familien-Unternehmen mit Sitz in der Schweiz wird von den Brüdern Wolf und Christoph Hoppe in zweiter Generation geführt. Ob Tür- oder Fenstergriffe, HOPPE vertreibt seine Produkte in Europa, Nordamerika, den GUS-Staaten sowie im Nahen und Fernen Osten. Die HOPPE-Gruppe beschäftigt rund 2.600 Mitarbeiter. Die Gesamtleistung lag 2011 bei rund 239 Millionen Euro.

Zur Website: www.hoppe.com