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Die Marke macht's: „Dem Fachkräftemangel zeitig vorbeugen“

Demografischer Wandel, Nachwuchssorgen, Fachkräftemangel: Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) haben drei von vier Unternehmen Probleme, offene Stellen mit qualifizierten Leuten zu besetzen. Gerade in ländlicheren Regionen klagen viele Unternehmen.

Von Dr. Karin Uphoff

Ob produzierendes Gewerbe, Handwerk oder Pharmaindustrie: Schon jetzt ist abzusehen, dass es immer schwieriger wird, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Oder Nachwuchstalente aus dem eigenen Haus davon abzuhalten, für ihre berufliche Karriere in Großstädte oder ins Ausland abzuwandern.
„Unternehmen, denen es gelingt, ihre Qualitäten als Arbeitgeber zu definieren und professionell zu kommunizieren, können dem Fachkräftemangel vorbeugen“, sagt Dr. Karin Uphoff, Lehrbeauftragte an der Justus-Liebig-Universität und PR-Expertin mit Schwerpunkt kleine und mittlere Unternehmen.

Dabei helfe eine durchdachte Strategie. Denn nur wer seine Ziele und Zielgruppen kenne, könne eine wirksame Taktik entwickeln. In speziell für Arbeitgeber entwickelten Workshops widmet sich Uphoff genau diesem Thema. Herauszufinden, wie die Bedürfnisse aussehen und welche Medien zukünftige Mitarbeiter lesen, hören und sehen, wie sie kommunizieren und in welchen Foren sie sich aufhalten, sei wichtig für eine zielgruppenspezifische Ansprache.

Bedürfnisse erkennen, Ziele definieren

Besonders qualifizierte Arbeitnehmer sind anspruchsvoll. Sie stellen nicht nur hohe Anforderungen an ihren Arbeitsplatz, sondern auch an das Umfeld. Darin sieht Uphoff, die vor zwei Jahren zur EU-Unternehmensbotschafterin ernannt wurde, eine große Chance für Arbeitgeber. „Eine mitarbeiterfreundliche Unternehmenskultur und ein Profil, das gegenüber Konkurrenten einzigartig macht: Dies sind heute wichtige Punkte“, so Uphoff. „Dabei stehe eine Frage im Fokus: Was bewegt Menschen dazu, ihren Arbeitsplatz zu wechseln oder über lange Zeit einem Arbeitgeber die Treue zu halten? Ob flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung im eigenen Hort, Kantine, Unterstützung bei der Wohnungssuche, besondere Fortbildungen, Karriere- und Verdienst-Aussichten, je stärker Arbeitgeber auf die Bedürfnisse ihrer (zukünftigen) Mitarbeiter eingehen, umso größer die Chance, Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden.

Und sie ergänzt: „Unternehmen sollten hier ehrlich kommunizieren und nichts versprechen, was sie nicht halten können.“ Wenn sich beispielsweise jemand nur in einer Großstadt wohlfühle, mache es keinen Sinn, ihn mit besonderen Angeboten in eine ländliche Region ‚locken’ zu wollen – dann werde er auf Dauer doch wieder abspringen und dem Betrieb verloren gehen.

In ihren Workshops spricht die PR-Fachfrau davon, sich als Arbeitgeber einen Namen zu machen, der einer Marke gleichkommt: „Machen Sie sich zur Marke!“, rät Uphoff und spielt damit auf das „gute Gefühl“ an, das Konsumenten von Markenartikeln zum Kauf bewegt. „Mitarbeiter sollen sich privilegiert fühlen, für ein Unternehmen zu arbeiten, das werteorientiert und im Sinne seines Teams handelt.“

Kommunizieren und interagieren

Um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, ist es laut Uphoff nicht mit hohen Arbeitgeberqualitäten getan. Wichtig sei auch, diese Qualitäten zu kommunizieren und mit der eigenen Zielgruppe zu interagieren ­ und zwar möglichst direkt. Dabei spielen nach Meinung der PR-Expertin soziale Netzwerke eine immer stärkere Rolle. „An Online-Jobbörsen kommt kein modernes Unternehmen mehr vorbei und auch Business-Netzwerke wie „Xing“ oder LinkedIn  werden immer mehr für Stellensuchen und -angebote genutzt.“

Mit Werten gewinnen

Uphoff und ihr Team beobachten den Markt seit Jahren aufmerksam. „Sich in sozialen Netzwerken zu bewegen ist für moderne große Unternehmen schon lange selbstverständlich. Doch, richtig genutzt, bieten Social Media und Online-PR auch kleineren und mittleren Betrieben große Chancen, um ein positives Image als Arbeitgeber aufzubauen.“ Dabei spielen laut Uphoff Authentizität und Ehrlichkeit eine wichtige Rolle. Die Wertekultur habe sich verändert. Im Zuge der Globalisierung finde für viele Deutsche eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte  statt. Familie, Gesundheit, Umweltbewusstsein und regionale Verwurzelung gewännen gegenüber Luxus und materieller Wohlstand an Bedeutung.

„Unternehmen, die diese Werte teilen und die es verstehen, sie zu kommunizieren, müssen sich auch in Zukunft keine Sorgen um Fachkräftemängel machen“, ist Uphoff überzeugt.

 

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